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Wirkungsweisen / Ziele der Hippotherapie


Hand auf Pferd

Rhythmus


Wahrnehmungsschulung


Weitere Wirkungen/Ziele in der Hippotherapie





In der Hippotherapie wird fast ausschließlich die Gangart „Schritt“ des Pferdes eingesetzt.

Die über den Pferderücken übertragenen Schwingungen (110 dreidimensionale Schwingungen pro Minute) werden von der Anatomie und Physiologie des Therapiepferdes bestimmt.

Aber auch von:

Rhythmus- der Bewegungsrhythmus des Pferdes ist lebendig wie der Herzschlag, jeder Schritt bedeutet einen neuen Balanceakt, schon minimale Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit wirken sich dabei aus. Das Pferd balanciert bei jedem Schritt den Patienten aus und versucht, ihn in seinen Rhythmus einzubinden. Dieser „Gleichgewichtsdialog“ im dynamischen Rhythmus ermöglicht eine Kommunikation zwischen Pferd, Patient, Pferdeführer und Therapeut, bei jedem Schritt, mental und körperlich.

Geschwindigkeit:
schneller oder langsamer Schritt, Schritt/Trab Übergänge

Richtung:
gerade Linien, Schlangenlinien, Kreise, Rückwärts

Diese Schwingungen des Pferderückens übertragen auf den Patienten eine Hoch-Tief Bewegung, eine Vor- Zurück Bewegung und eine Links-Rechts Bewegung.

Die Bewegungen werden zuerst vom Becken aufgenommen, welches in der Hippotherapie die Basis sämtlicher weiterlaufenden Aktivitäten an die Wirbelsäule und die Extremitäten darstellt. Es entsteht ein Diagonales Bewegungsmuster, welches in der neurophysologischen Entwicklung der Motorik eine tragende Rolle spielt.

Die Fazilitation der Diagonalbewegung in Aufrichtung mit der rhythmischen gangtypischen Vorwärtsbewegung durch das Pferd, ist in keiner anderen krankengymnastischen Methode möglich.

Eine möglichst physiologische Rumpfaufrichtung ist für alle Patienten mit neurologischen Bewegungsdefiziten enorm wichtig, egal ob das Gehen beeinträchtigt ist oder eine Gehfähigkeit nicht mehr in Aussicht steht. Denn auch beim Sitz im Rollstuhl nimmt der Rumpf, zur Erhaltung der Selbstständigkeit, eine wichtige Rolle ein.

Dazu kommt noch:

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Wahrnehmen der körpereigenen Symmetie:

Die kontinuierlich wechselseitige Schwingungsübertragung des Pferdes bewegt abwechseln die rechte und die linke Körperhälfte des Patienten in rhythmischer Folge.

Psychomotorische Wirkung (Körpervertrauen, Konzentration, Aufmerksamkeit, Motivation, Persönlichkeitsentwicklung,...)

Sensomotorisches Integrationstraining (Körperwahrnehmung,...)

Soziomotorische Wirkung ( Kommunikation, Beziehungsfähigkeit,...)

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Weitere Wirkungen/Ziele in der Hippotherapie:

  • Allgemeine Regulierung der Muskelspannung (Tonisierung hypotoner Muskulatur-Tonussenkung bei Spastizität)
  • Dehnen verkürzter Muskeln (z.b.: Mm.adductores)
  • Rumpfaufrichtung und Rumpfkontrolle
  • Üben selektiver Beckenbewegungen
  • Üben und Erarbeiten des freien Sitzes und Anbahnen von Gleichgewichtsreaktionen
  • Aktivierung Gangspezifischer Rumpfreaktionen
  • Symmetrischer Sitz und seitengleiche Beckenbewegungen
  • Verbesserung von Gleichgewicht und Koordination
  • Wahrnehmungsschulung
  • Intra- und Intermuskuläre Koordinationsschulung und- Verbesserung Muskelfunktionsdifferenzierung
  • Aufrichtung des Kopfes (fazilitieren von Kopfkontrolle, dadurch Auswirkungen auf Mundschluß, Speichelfluß, Eß- und Sprechverhalten)
  • Funktionelle Mobilisation von Gelenken (das rhythmische Bewegen von Gelenken unter Muskel- Tonusregulierung führt zur Mobilisation und Zentrierung funktionell eingeschränkter Gelenke)
  • Atemtherapie
  • Kontrakturprophylaxe
  • und Schulen von:
    • Selbstwertgefühl
    • Kontaktverhalten
    • Motivierbarkeit


(Quellennachweis: Sonderheft des DKThR „Hippotherapie“ und „Hippotherapie-Neurophysiologische Krankengymnastik auf dem Pferd")

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